„Archimedische Schraube“ produziert umweltfreundlich Strom aus Wasserkraft: Umweltministerin Margit Conrad hat am Vormittag das wieder in Betrieb genommene Wasserkraftwerk bei der Leistenmühle in Kandel eingeweiht. Mit der Wasserkraftschnecke des gemeinnützigen Vereins „Förderung regenerativer Energien Kandel e.V.“ können 2 bis 15 Kilowatt Strom erzeugt werden, jährlich rund 65.000 Kilowattstunden. Dadurch werden gegenüber konventionellem Strom zirka 47.000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid eingespart. Im Vorfeld der Investition wurden im Erlenbach Fischtreppen errichtet, so dass die Anlage die Fischwanderung nicht hindert. Die Wasserkraftschnecke wurde mit 7.500 Euro vom Umweltministerium gefördert. Umweltministerin Margit Conrad: „Das System der Wasserkraftschnecke schließt innere Verletzungen der Fische und anderer Lebewesen, die durch die Schnecke schwimmen, aus. Dies zeigt, dass Wasserkraftnutzung und Schonung der Fischbestände Hand in Hand gehen können. Mit der Wasserkraftschnecke wird erstmalig in Rheinland-Pfalz eine besonders ökologische und fischverträgliche Anlage dieser Bauart in Betrieb genommen.“ Solche Technologien sind eine Chance für die Kleinwasserkraft. Im Vorfeld des Baus der Wasserkraftschnecke hat die Verbandsgemeinde Kandel in Kooperation mit der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern auf einer Gesamtlänge von 23 Kilometern im Erlenbach die Längsdurchgängigkeit wiederhergestellt. Die Maßnahme wurde im Rahmen der „Aktion Blau“ mit 89.400 Euro bezuschusst, so die Umweltministerin. Die Verbandsgemeinde Jockgrim wird auf weiteren sieben Kilometern die Durchgängigkeit im Erlenbach wiederherstellen. Conrad betonte, dass das Ziel sei, durch Modernisierung vorhandener Wasserkraftanlagen deren Effizienz sowie Fisch- und wasserwirtschaftliche Verträglichkeit zu steigern. Die Wasserkraftschnecke in Kandel zeige eindrucksvoll, dass auch im Bereich der kleinen Wasserkraft ein Zubau genauso wie eine Reaktivierung von ehemals vorhandener Wasserkraft möglich sei. Derzeit produziert Rheinland-Pfalz etwa eine Milliarde Kilowattstunden Strom aus Wasserkraft, das entspricht etwas über 3 Prozent des Stromverbrauchs. Dieser Anteil soll durch die Modernisierung der bestehenden Wasserkraftwerke sowie durch begrenzten Zubau von Kleinanlagen auf zirka 5 Prozent gesteigert werden. Die Berücksichtigung ökologischer Belange bei Bau und Betrieb von Wasserkraftanlagen sei auch in den Zielsetzungen des novellierten Erneuerbaren-Energien-Gesetz vorgesehen. Mit der Vergütungsregelung für die Wasserkraft seien Anreize für die Realisierung ökologischer Maßnahmen geschaffen worden.
Stefanie Mittenzwei
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