
Mit der heutigen Anlieferung der knapp 30 Tonnen schweren Turbine an der Maximiliansbrücke in München erreicht die Fertigstellung des Praterkraftwerks einen wesentlichen Meilenstein. Die speziell für diesen Einsatzort entwickelte Kaplan-Rohr-Turbine verbindet modernste Technologie aus Wind- und Wasserkraft. Das Gemeinschaftsprojekt des Münchener Energiedienstleisters Green City Energy und den Stadtwerken München soll ab Frühsommer unsichtbar und geräuschlos rund 4.000 Haushalte mit grünem Strom versorgen und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau der regionalen Energieversorgung. Die Fertigstellung des Praterkraftwerks schreitet in großen Schritten voran. Gemeinsam mit Green City Energy bauen die SWM zurzeit ein unterirdisches Wasserkraftwerk bei der Maximiliansbrücke der Praterinsel. Die Besonderheit des Praterkraftwerks ist, das es umweltschonend und unsichtbar inmitten der Landeshauptstadt München in die dortige Umgebung und in das Flussbett der Isar integriert wird. Nachdem der Druckkanal fertig gestellt wurde, kann nun mit dem Einbau des eigentlichen Herzstückes des Wasserkraftwerks begonnen werden. Zerlegt in sechs Einzelteile erreichte die Kaplan-Rohr-Turbine ihre künftige Wirkungsstätte. Ihr Laufrad misst im Durchmesser 2300 mm, eignet sich speziell für die hier vorhandeneren Rahmenbedingungen und ähnelt mit ihren propellerförmigen, verstellbaren Flügeln einer Schiffsschraube. Mit Hilfe eines Generators der Firma Enercon, der ursprünglich aus der Windkraft stammt, wird die Turbinenleistung in elektrische Leistung umgewandelt. Durch den Einsatz von Wechselrichtern, die den erzeugten Gleich- in netzfähigen Wechselstrom anpassen, entfällt das mechanische Getriebe. „Diese intelligente Verbindung zweier Technologien aus dem Bereich der Erneuerbare Energien schafft nicht nur Synergieeffekte, sondern bringt auch wesentliche Vorteile in der Praxis mit sich“, betont Dr. Bernhard Thiersch, Geschäftsführer der Praterkraftwerk GmbH. „So können Schwachstellen des Getriebes eliminiert und Lärm und Wartungsarbeiten erheblich reduziert werden.“ In den kommenden Tagen werden die einzelnen Komponenten mit Hilfe eines Autokrans nach und nach auf die Baustelle gehoben. Der Zusammenbau der Einzelstücke erfolgt dann direkt im Krafthaus, der Stelle, an dem die Turbine später Strom produziert. Vom Grobeinbau bis zur Montage der Einzelteile der Turbine sind circa vier Wochen eingeplant. Danach werden die Bauarbeiten im Erdreich des Flussbettes und die Wiederherstellung der Kaskaden abgeschlossen. Im Frühsommer wird das Praterkraftwerk dann in Betrieb genommen. Zur ökologischen Stromerzeugung nutzt es dabei die Kraft des Wassers, die durch das natürliche Gefälle von neun Metern an dieser Stelle der Isar entsteht. Am linken Ufer oberhalb des Wehrs wird das Wasser der Großen Isar in das Einlaufbauwerk abgeleitet, wo es über eine unterirdische Druckleitung unter dem Flussbett zum Kraftwerk geführt wird. Mit einer Gesamtleistung von 2,5 MW werden so jährlich ca. 10 Millionen Kilowattstunden durch die Nutzung regionaler Potenziale zu einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung in München beitragen. Genug um damit rund 4.000 Haushalte mit grünem Strom zu versorgen und insgesamt 9.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einzusparen.
Green City Energy Dr. Bernhard Thiersch
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