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Biogasbranche trotzt optimistisch der Wirtschaftskrise

Jahrestagung in Hannover mit Rekordausstellerzahl

Auf dem Messegelände in Hannover findet zum 18. Mal die Jahrestagung des Fachverbandes Biogas e.V. statt. Die Leitveranstaltung der deutschen Biogasbranche bietet vom 3. bis 5. Februar 2009 in zahlreichen Fachvorträgen, neun Workshops und Podiumsdiskussionen umfassende Informationen über aktuelle Themen. Unter anderem werden das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2009), die Biogaseinspeisung, effiziente Wärmenutzungskonzepte für Biogasanlagen, der nachhaltige Energiepflanzenanbau und viele weitere Themen behandelt. Gleichzeitig findet die weltweit größte reine Biogas-Fachmesse auf einer Nettofläche von 3.351 m² statt. Mit 240 Firmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren, wird ein neuer Ausstellerrekord erreicht. Nachdem das für den Biogasbereich überwiegend positiv weiterentwickelte EEG 2009 am 1. Januar 09 in Kraft getreten ist, geht der Fachverband Biogas e.V. von einem verstärkten Wachstum der Branche für das laufende Jahr aus. Der Verband prognostiziert einen Zubau von 780 Biogasanlagen mit einer gesamten installierten elektrischen Leistung von mindestens 200 Megawatt (MW). „Wenn über die KfW entsprechende Mittel und eine 50-prozentige Haftungsfreistellung für die Finanzierung der Biogasprojekte gewährleistet sind, könnten wir auch noch mehr schaffen“, sagt der Präsident des Fachverbandes Biogas, Josef Pellmeyer. Es ist teilweise auch bei Biogasprojekten zu spüren, dass die Finanzierung schwieriger wird. Pellmeyer ist trotzdem zuversichtlich, dass mit dem erwarteten Zubau von rund 200 MW eine Summe von einer Milliarde Euro in neue Biogasanlagen investiert wird. Aktuell werden in Deutschland ca. 4.000 Biogasanlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 1.400 MW betrieben. Im Jahr 2008 wurden gut zehn Terrawattstunden (TWh) Strom aus Biogas produziert. Damit können gut drei Millionen oder 7,5 Prozent der deutschen Haushalte rund um die Uhr mit Strom aus Biogas versorgt werden. Nachdem sich der Fachverband Biogas e.V. über ein Jahr intensiv für eine Verbesserung der Biogasvergütungen im EEG eingesetzt hatte, geht es seit der zweiten Jahreshälfte 2008 um die Umsetzung der neuen Regelungen in die Praxis. So gibt es beim Güllebonus und beim KWK-Bonus noch viele Fragen, die sich aus den teils praxisfremden Gesetzesformulierungen ergeben. „Wir sind mit dem Bundesumweltministerium, der EEG- Clearingstelle und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in regelmäßigem Kontakt, um für unsere Mitglieder praxisgerechte Handhabungen des EEG 2009 zu etablieren“, gibt sich Präsident Pellmeyer optimistisch. Während der Jahrestagung sind die juristische Auslegung des EEG 2009 und deren praktische Anwendung einer der Schwerpunkte. Um auch auf europäischer Ebene den Einfluss auf politische Entscheidungen zu erhöhen, wurde am 3. Februar auf der Jahrestagung des Fachverbandes Biogas der Europäische Biogasverband EBA (European Biogas Association) gegründet. Die nationalen Biogasverbände aus elf europäischen Ländern sind Gründungsmitglieder der EBA. Als ersten Präsidenten wählten sie Arthur Wellinger, Vorstand und Geschäftsführer des Biogasforums in der Schweiz. Vizepräsident wurde das bisherige Präsidiumsmitglied des Fachverbandes Biogas, Harm Grobrügge. „Der Fachverband Biogas hat die Gründung des Europäischen Biogasverbandes maßgeblich mitinitiiert und wird den Verband auch zukünftig personell wie finanziell tatkräftig unterstützen“, erklärt Präsident Pellmeyer anlässlich des für die Biogasbranche wichtigen Schritts. „Erstmals ist es nun möglich“, ergänzt Pellmeyer, „die Interessen der nationalen Biogasverbände auf europäischer Ebene effizient zu bündeln und die in Brüssel anstehenden Gesetzgebungsverfahren im Sinne der Branche mitzugestalten“.