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Heizen mit Holz, fahren mit Biogas, Neuregelung bei Ökostrom

Österreichischer Biomasse-Verband präsentiert Schwerpunkte

Anlässlich der Vollversammlung und Vorstandssitzung des Österreichischen Biomasse-Verbandes präsentieren der Vorsitzende, Dr. Heinz Kopetz, und der Geschäftsführer, Prof. Dkfm. Ernst Scheiber, die Arbeitsschwerpunkte für die kommende „Saison“. „Wir haben tatsächlich Saison. Die hohen Ölpreise machen es möglich, dass die Biomassenutzung mittlerweile nicht nur die Umwelt und das Klima schont, sondern auch die Geldbörse der Konsumenten“, freut sich Heinz Kopetz. „Wer mit Holz heizt, der spart sich im Vergleich zum Heizöl derzeit zumindest die Hälfte der Brennstoffkosten. Und das sind für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bis zu 1000,- Euro im Jahr.“ Der Vereinsvorsitzende kann aber auch auf eine erfolgreiche Saison 2004/2005 zurückblicken: „Die Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2005 im Jänner in Graz war wirklich ein durchschlagender Erfolg. Und unser Ziel, vor allem die neuen EU-Mitgliedsstaaten anzusprechen, ist mit rund 350 Teilnehmern diesen Ländern und einer Gesamtbeteiligung von etwa 1000 Fachbesuchern voll aufgegangen.“ Derzeit laufen Gespräche über eine Nachfolgeveranstaltung in Krakau in zwei Jahren. „Wenn diese Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2007 Realität wird, dann ist uns in der Tat ein Startschuss in Sachen erneuerbare Energie im erweiterten Europa gelungen“, so Kopetz.Schwerpunkt „Wärme aus Biomasse“ Die Wärmenutzung der Biomasse ist zur Zeit nicht nur die preisgünstigste Form des Heizens, sondern birgt auch das größte Potenzial zur Einsparung von CO2-Emissionen. Die Raumwärmeerzeugung macht in Österreich rund ein Drittel des Gesamtenergieverbrauchs aus und ist mit dem Verkehrssektor der stärkste Energiefresser bzw. damit auch der größte Treibhausgas-Produzent. Der kontinuierliche Umbau der Wärmeversorgung von fossil auf erneuerbar bietet darüber hinaus eine doppelte Chance: Österreich könnte seinen international wie national gesteckten Klimazielen ein gutes Stück näher rücken und österreichische Technologien könnten Exportschlager werden bzw. bleiben. „Derzeit sind heimische Firmen weltweit Marktführer etwa bei Biomassekesseln. Wir müssen uns aber jetzt überlegen, welche Strategien wir verfolgen, damit das auch so bleibt“, warnt Kopetz. „Denn die Nachfrage wird gewaltig steigen, und dann müssen wir eine entsprechende Rohstoffversorgung genauso wie ausreichende Produktionskapazitäten haben.“ Die größte Hürde für Umsteiger von Heizöl oder Gas auf Pellets, Hackschnitzel oder Scheitholz sind die hohen Investitionskosten. Der Österreichische Biomasse-Verband fordert daher staatliche Unterstützung in Form von einmaligen Investitionszuschüssen, die ein Umrüsten attraktiv machen. Der Ausgleich des Preissprungs bei fossilen Energieträgern durch Heizkostenzuschüsse ist nur eine Symptombekämpfung. Viel sinnvoller wäre es,die öffentlichen Fördergelder einmalig in konzentrierter Form auszuzahlen, um den Umbau des Wärmesystems zu beschleunigen. Die geringen Betriebskosten bei Holzheizsystemen spielen diese Investitionen nach wenigen Jahren wieder herein. Schwerpunkt „Ökostrom“ Der derzeitige Stillstand in Sachen Ökostromentwicklung scheint kein Ende nehmen zu wollen. „Die Verlängerung der Inbetriebnahmefristen für Biomasse-, Biogas- und Kleinwasserkraftanlagen bis Ende 2007 ist zwar ein großartiger Erfolg“, räumt Ernst Scheiber ein. „Die gleiche Regelung für Windräder steht aber noch aus und: Wir haben noch immer keine neuen Einspeisetarife!“ Österreich droht ein tatsächlicher Ausbaustopp, wenn die Politik nicht rasch eine Einigung in Sachen Tarifverordnung erzielt. „Für die Biomasseanlagen setzen wir dabei eindeutig die Priorität auf kleine Anlagen unter 500 kW. In diesem Leistungsbereich sind noch große technische Weiterentwicklungen möglich“, so der Geschäftsführer des Biomasse-Verbandes. Für große Anlagen sind auch große Rohstoffmengen notwendig, die vorrangig in die Wärmeversorgung geführt werden sollen.Schwerpunkt „Biokraftstoffe“ Seit 1. Oktober fährt jedes Dieselfahrzeug in Österreich mit einem biogenen Kraftstoffanteil von 4 bis 5 %. Die Beimischung von Biodiesel zu fossilem Diesel und in späterer Folge von Bioethanol zu Benzin ist eine österreichische Erfolgsgeschichte mit Vorbildcharakter für ganz Europa. „Die gleiche Vorreiterrolle könnten wir auch im Bereich Biogas einnehmen“, fordert DI Josef Plank, Co-Geschäftsführer und Biogasexperte des Österreichischen Biomasse-Verbandes. „Gasbetriebene Fahrzeugmotoren werden die nächste Antriebsgeneration darstellen. Mit Biogas haben wir eine kostengünstige und klimaschonende Alternative oder zumindest Ergänzung zum fossilen Erdgas, die noch dazu auf lokalen, heimischen Roh- bzw. Reststoffen basiert.“ Eine hochrangige Expertengruppe besichtigte auf Einladung des Biomasse-Verbandes in Schweden dazu Biogas-Aufbereitungsanlagen. „Die Schweden wenden diese Technik bereits seit einem Jahrzehnt an, und ich bin zuversichtlich, dass Biogas als Treibstoff auch in Österreich kommen wird – nicht zuletzt deshalb, weil Lebensminister Josef Pröll sich persönlich dafür einsetzt!“, betont auch Ernst Scheiber.

DI Stephan Grausam
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