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Neue Stiftungsprofessur für Wasserkraft - Stärkung für erneuerbare Energien

Die neue Stiftungsprofessur beweist erneut das Vertrauen der Industrie in die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Universität Stuttgart

Erneuerbare Energien gewinnen vor dem Hintergrund des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Wasserkraft. Sie ist nicht nur weltweit die wichtigste erneuerbare Energiequelle; sie trägt auch entscheidend zur Einspeisung eines Energiemixes neben weiteren erneuerbaren Energien wie Wind oder Solarenergie ins elektrische Netz bei. Da fügt es sich gut, dass die Universität Stuttgart eine Stiftungsprofessur für Wasserkraft erhält. Die Unternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg AG und Voith Siemens Hydro Power Generation GmbH & Co. KG (Voith Siemens Hydro) werden dafür über einen Zeitraum von zehn Jahren einen Gesamtbetrag von jeweils zwei Millionen Euro bereitstellen. "Die neue Stiftungsprofessur beweist erneut das Vertrauen der Industrie in die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Universität Stuttgart", sagte Wissenschaftsminister Prof. Peter Frankenberg bei der Vertragsunterzeichnung vor Medienvertretern in Stuttgart. Zudem trage sie dem Forschungs- und Entwicklungsbedarf auf dem zukunftsträchtigen Gebiet der Wasserkraft Rechnung und sichere die Ausbildung von Fachleuten. "Für die Universität Stuttgart bedeutet die Stiftungsprofessur eine willkommene Stärkung der Energie- und Umweltforschung", betonte Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel. Die Professur passe hervorragend in das neue Forschungsprofil der Universität. Die bereits gut aufgestellten Bereiche der regenerativen Energien einschließlich der Wasserkraft würden damit abgerundet.Wissenschaftsminister Frankenberg bezeichnete Stiftungsprofessuren als gute Beispiele für das kooperative und erfolgreiche Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft im Land. "Das private Engagement ist für die Wissenschaft und die Sponsoren gleichermaßen von großem Interesse und bringt dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg insgesamt unbestreitbare Vorteile", sagte er. Mit landesweit derzeit 91 Stiftungsprofessuren nehme Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich einen der vorderen Plätze ein."Die EnBW will ihren Anteil regenerativer Energien von heute 16 auf 20 Prozent im Jahr 2020 steigern. Neben Geothermie setzen wir dabei in Baden-Württemberg vor allem auch auf die Wasserkraft und wollen in den nächsten Jahren alles daran setzen, das vorhandene Potenzial in Baden-Württemberg bestmöglich auszuschöpfen", so Dr. Hans-Josef Zimmer, EnBW-Technikvorstand. "Eine leistungsfähige Forschungslandschaft liefert uns dazu einen wichtigen Beitrag und stärkt damit im Übrigen auch den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg." ."In der Wasserkraft geht es um Großmaschinen mit hochkomplexen Strömungsvorgängen. Ein schwieriges, aber sehr faszinierendes Thema, zu dem wir junge Menschen auch ermutigen wollen. Immerhin sucht Voith Siemens Hydro in diesem Jahr allein weltweit 400 Ingenieure", ergänzte Dr. Roland Münch, Vorstandsmitglied der Voith AG.Alleinstellung im deutschsprachigen Raum Die Stiftungsprofessur wird am Institut für Strömungsmechanik und Hydraulische Strömungsmaschinen angesiedelt. Mit der Professur sei es der Universität möglich, nach dem Ausscheiden des bisherigen Institutsleiters, Prof. Eberhard Göde, den bisherigen Standard zu halten und auszubauen, hob Wolfram Ressel hervor. Zu den Aufgaben in Forschung und Lehre zählen die typischen Maschinenbau-Disziplinen wie Konstruktion von Maschinenelementen, anwendungsorientierte Strömungsmechanik, hydraulische Strömungsmaschinen, Anlagendynamik und neue regenerative Energietechniken im Umfeld der Wasserkraft wie Meeresströmungen und Wellen. Auf diesen Gebieten wird die Zusammenarbeit mit fachnahen Instituten, insbesondere in den Fakultäten Bau- und Umweltingenieurwissenschaften sowie Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik ausgebaut. "Der Stiftungslehrstuhl wird in Deutschland der einzige sein, der die gesamten Themenbereiche der Wasserkraft im Maschinenbau abdeckt und wird durch die fakultätsübergreifende Zusammenarbeit im gesamten deutschsprachigen Raum konkurrenzlos sein", sagte Ressel. Bei der Forschung zu Energiequellen wie Meeresströmungen und Wellen habe der Stiftungslehrstuhl das Potenzial, weltweit eine tragende Säule dieser Entwicklung zu werden. Bereits jetzt ist das Institut an den Planungen für das derzeit größte Meeresströmungskraftwerk beteiligt*), das in Zusammenarbeit mit deutschen Firmen in Korea gebaut wird. Mit Voith Siemens Hydro ist auch einer der beiden Stifter maßgeblich an diesem Projekt beteiligt. "Mittelfristig soll der Stiftungslehrstuhl bei der Einrichtung eines interdisziplinären Schwerpunkts Wasserkraft und dessen Ausbau zu einem Forschungs- und Transferzentrum eine tragende Rolle übernehmen", kündigte Ressel an. Längerfristig ist angedacht, mit internationalen Partnern ein PhD-Aufbaustudium zu entwickeln. Mit den Stiftungsmitteln für die Professur stehen am Institut insgesamt fünf Stellen, davon drei für Wissenschaftler, zur Verfügung. Besetzt werden wird die neue Position voraussichtlich im Herbst 2008 nach dem Ausscheiden des derzeitigen Institutsleiters; das Ausschreibungsverfahren läuft. Nach der zehnjährigen Förderphase ist die Weiterführung der Professur durch die Universität Stuttgart vorgesehen.